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Modellprojekt gestartet

23.06.09Land NRW fördert private Holzvermarktung im Sauerland

Oberveischede/Sauerland. Das Land NRW hat im Sauerland offiziell einen Modellversuch gestartet, in dem die private Holzvermarktung gefördert wird. Procedere und Hintergrund erläuterte Staatssekretär Dr. Alexander Schink aus dem MUNLV (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) in Olpe-Oberveischede vor 50 Vorsitzenden von Forstbetriebsgemeinschaften aus dem Märkischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Olpe und dem Oberbergischen Kreis.

Drei Forstwirtschaftliche Vereinigungen haben Voraussetzungen geschaffen

Weil die drei Forstwirtschaftlichen Vereinigungen im Sauerland rechtzeitig mit der Gründung ihrer eigenen "WaldHolz Sauerland GmbH" mit Unterstützung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes die Voraussetzungen für eine private Holzvermarktung geschaffen haben, hat das Land Nordrhein-Westfalen für den Modellversuch zur Umsetzung der "Direkten Förderung der Holzvermarktung" das Sauerland ausgesucht. Schink: "Wir wünschen uns, dass viele Forstbetriebsgemeinschaften sich dafür entscheiden, bei dem Versuch mitzumachen."

Um eine funktionierende private Holzvermarktung zu etablieren, fördert das Land den Waldbesitzer in diesem Modellversuch mit einem Betrag von 1,50 EUR pro Festmeter. "Der Landesbetrieb und seine Mitarbeiter unterstützen dieses Modell. Ob und wie dieses Zusammenspiel funktioniert, und welche Widerstände zu überwinden sind, wird ab sofort in diesem Pilotprojekt erprobt," so der Staatssekretär.

"Vordenker im Sauerland"

Dietrich Graf Nesselrode, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, erinnerte noch einmal an die Wurzeln der Entwicklung: "Sie hier im Sauerland haben Vordenker gehabt, die sich mit der Gründung der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen und der eigenen WaldHolz Sauerland GmbH frühzeitig auf die geringer werdenden öffentlichen Mittel und den Strukturwandel eingestellt haben. So können Eigenständigkeit gewahrt werden und Waldbesitzerinteressen eigenverantwortlich vertreten werden."

Hintergrund: Kartellamt und kostendeckende Arbeit beim Landesbetrieb

Dieses Pilotprojekt ist aus zwei Gründen ein Muss: Erstens lässt das Bundeskartellamt das Monopol des Holzverkaufes über nur einen Anbieter, den Landesbetrieb, nicht mehr zu. Darum hat das Bundeskartellamt das Land NRW verpflichtet, Pilotprojekte zur privaten Holzvermarktung einzurichten und zu unterstützen. Zweitens muss auch der Landesbetrieb Wald und Holz NRW zukünftig kostendeckend arbeiten. In einem zweiten Schritt wird das Land auch die Betreuung des Privatwaldes direkt fördern. In diesem Punkt wird sich der Landesbetrieb auch mit einer Vollkostenrechnung der Konkurrenz durch private Anbieter stellen können.

Förster und Forstämter kooperieren mit "Piloten"

Besonders interessierte in Oberveischede die Vorsitzenden ganz konkret die Zusammenarbeit mit den Revierförstern - schließlich sind diese auch zukünftig für den direkten Kontakt zum Waldbesitzer und zur Forstbetriebsgemeinschaft in der Fläche zuständig.

Ausdrücklich gewünscht wird, so Dr. Schink, dass bei dem Modellversuch Revierförster und private Holzvermarktung eng zusammenarbeiten. Der Staatssekretär sowie Frank Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz, betonten in Oberveischede sehr deutlich, dass die Förster, die Dezernatsleiter der Forstämter sowie die Forstamtsleiter angewiesen seien, die Einführung der privaten Holzvermarktung positiv zu begleiten und das auch in den derzeit stattfindenden Jahreshauptversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaften dementsprechend vorzutragen. Die Sorge der Vorsitzenden, dass die Einführung der Direkten Förderung die Arbeitsplätze der Förster gefährde, zerstreute Dr. Schink mit den Worten: "Ich kann Ihnen versichern, der Förster bleibt."

Konkret umgesetzt wird die Förderung auf Ebene der Forstbetriebsgemeinschaften, nähere Informationen haben die Forstämter und die Forstwirtschaftlichen Vereinigungen. Die Förderrichtlinie können Sie im Downloadbereich herunterladen.

Bildbeschreibung:
Gemeinsame Informationsveranstaltung: Die Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen Olpe (Ferdinand Funke), Märkischer Kreis (Bernward Lösse) und Hochsauerland (Josef Peitz) gaben den Vorsitzenden der angeschlossenen Forstbetriebsgemeinschaften in Oberveischede detaillierte Informationen zur Umsetzung der Direkten Förderung der Holzvermarktung. Sachkundige Gäste waren Dr. Alexander Schink, Staatssekretär im NRW-Landwirtschaftsministerium, Dietrich Graf Nesselrode, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, und Frank Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz. Foto von links: Funke, Peitz, Richter, Nesselrode, Schink, Lösse


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